⏰ EU-Entgelttransparenzrichtlinie — Umsetzungsfrist: 7. Juni 2026

Softwarevergleich

Pay Equity Software im Vergleich 2026

Acht Anbieter im redaktionellen Vergleich: Funktionen, Zielgruppen und Abdeckung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Keine Affiliate-Links, keine Werbung — rein faktenbasiert.

Veröffentlicht am 16. April 2026 · Zuletzt aktualisiert: April 2026
In 60 Sekunden — einfach erklärt

Dieser Vergleich ist ein Fahrplan für die Software-Auswahl: Welcher der acht relevanten Anbieter passt zu Ihrer Unternehmensgröße, zu Ihrer HR-Systemlandschaft und zum deutschen Arbeitsrecht?

Warum überhaupt ein Vergleich? Die acht Anbieter unterscheiden sich stark: PayAnalytics ist EU-nativ, Syndio kommt aus den USA, gradar ist ein deutsches Jobbewertungs-System, beqom eine Total-Compensation-Plattform. Eine falsche Wahl kostet bei Enterprise-Größen schnell sechsstellig — und zieht einen Wechsel nach 2–3 Jahren nach sich.

Was diese Seite bietet: Eine Feature-Matrix über alle acht Anbieter, eine Entscheidungsmatrix nach Unternehmensgröße mit typischen Jahreskosten, eine Tabelle zur Richtlinien-Abdeckung und Detailprofile pro Anbieter. Lesezeit: ca. 8 Minuten.

Diese Seite hilft Ihnen, wenn …
  • Sie eine Shortlist mit 2–3 Anbietern erstellen müssen
  • Ihr Unternehmen zwischen 100 und 10.000+ Mitarbeitenden hat
  • Sie wissen wollen, welche Lösung deutsche Tarifstrukturen abbildet
  • Sie das Jahresbudget für Pay Equity Software grob einschätzen müssen

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (2023/970) erzwingt den Einsatz spezialisierter Software für Entgeltanalysen, Berichterstattung und laufendes Monitoring. Der Markt für Pay Equity Software ist in den letzten zwei Jahren erheblich gewachsen — von spezialisierten Startups bis zu Modulen großer HR-Suiten. Dieser Vergleich ordnet die relevantesten Anbieter nach Funktionen, Zielgruppe und Richtlinienabdeckung ein.

Auswahlkriterien für diesen Vergleich

Alle Anbieter müssen mindestens drei Kernfunktionen abdecken: statistische Entgeltanalyse, Jobarchitektur/Vergleichsgruppen und Berichtsfunktionen

Bewertung basiert auf öffentlich verfügbaren Informationen, Herstellerangaben und Marktanalysen

Keine Affiliate-Links, keine gesponserten Platzierungen

Stand: April 2026

Feature-Vergleich: Kernfunktionen

Anbieter Gap-Analyse Jobarchitektur Reporting Simulation Monitoring HRIS-Integration
PayAnalytics Regression, multivariat Eigenes Modul EU-Richtlinie, IS, UK Ja Echtzeit-Dashboard Workday, SAP, API
Syndio Regression, intersektional Opportunity-Analyse US, EU (in Entwicklung) Ja Continuous Monitoring Workday, ADP, Oracle
Gapsquare (XpertHR) Statistisch, UK-fokussiert Job-Familien UK GPG, EU-Richtlinie Eingeschränkt Dashboard CSV, API
beqom In Comp-Modul integriert Comp-Strukturen EU, länderspezifisch Ja (Total Comp) Dashboard SAP, Workday, Oracle
Figures Benchmarking + Gap Leveling-Framework FR Egapro, EU Comp-Planung Ja Personio, BambooHR, API
gradar Analytische Stellenbewertung Eigenes System (DE) DE-fokussiert Nein Eingeschränkt CSV, API
Payscale Regression + Marktdaten Job-Matching US, UK, EU (Basis) Ja Dashboard Workday, ADP, API
Comp-n-Ben DACH-spezifisch Tarifstrukturen DE, AT, CH Eingeschränkt Basis DATEV, SAP, Personio

Entscheidungsmatrix nach Unternehmensgröße

Unternehmensgröße Empfohlene Kategorie Passende Anbieter Typische Kosten/Jahr
100–500 MA Spezialisierte SaaS-Lösung PayAnalytics, Figures, gradar, Comp-n-Ben 15.000–35.000 EUR
500–2.000 MA Mid-Market Pay Equity PayAnalytics, Syndio, Gapsquare, Payscale 35.000–80.000 EUR
2.000–10.000 MA Enterprise Pay Equity Syndio, beqom, Payscale, PayAnalytics 80.000–200.000 EUR
10.000+ MA Enterprise-Suite mit Pay-Equity-Modul beqom, Syndio, SAP SuccessFactors (Partner) 200.000+ EUR
Beispiel AuswahlEin Maschinenbauer mit 620 Mitarbeitenden nutzt SAP SuccessFactors und hat Tarifbindung an den Metall-Tarifvertrag. Aus der Tabelle ergibt sich: PayAnalytics (EU-Fokus, SAP-Anbindung) und Comp-n-Ben (DACH-Tarifspezialisierung) kommen in die Shortlist. Budget-Rahmen: 35.000–55.000 € pro Jahr plus ca. 15.000–25.000 € einmalige Implementierung. Ein Pilot mit echten Gehaltsdaten beider Anbieter kostet typischerweise 4–6 Wochen HR-Zeit und bringt die endgültige Entscheidung.

Abdeckung der EU-Richtlinienanforderungen

Die folgende Tabelle zeigt, welche spezifischen Anforderungen der Richtlinie 2023/970 die einzelnen Anbieter abdecken. Die Bewertung basiert auf öffentlich verfügbaren Produktinformationen und kann sich mit Updates ändern.

Anforderung (Richtlinie 2023/970) PayAnalytics Syndio Gapsquare beqom Figures gradar Payscale Comp-n-Ben
Gender Pay Gap Bericht (Art. 9) Ja Teilweise Ja Ja Ja Nein Teilweise Ja
Gleichwertige Arbeit / Vergleichsgruppen (Art. 4) Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Teilweise
5%-Schwelle / Joint Pay Assessment (Art. 10) Ja Ja Teilweise Ja Teilweise Nein Teilweise Teilweise
Auskunftsrecht-Workflow (Art. 7) Ja Nein Nein Ja Nein Nein Nein Teilweise
DSGVO-konforme Verarbeitung in EU Ja (IS/EU) US-basiert Ja (UK/EU) Ja (CH/EU) Ja (FR/EU) Ja (DE) US-basiert Ja (DE)
Gehaltstransparenz in Stellenausschreibungen (Art. 5) Teilweise Nein Nein Ja Ja Nein Ja Nein

Anbieter im Detail

PayAnalytics (Reykjavik, Island) gilt als der am stärksten auf die EU-Richtlinie ausgerichtete Spezialist. Das Unternehmen wurde 2017 gegründet und fokussiert sich ausschließlich auf Pay Equity. Die Software bietet multivariate Regressionsanalysen, ein eigenes Jobarchitektur-Modul und Berichtsfunktionen für mehrere EU-Länder. Stärke: EU-Fokus, DSGVO-konform, enge Anbindung an die isländische und EU-Gesetzgebung. Schwäche: kleineres Ökosystem als US-Anbieter.

Syndio (Seattle, USA) ist der größte spezialisierte Pay-Equity-Anbieter weltweit. Die Plattform kombiniert Pay-Gap-Analyse mit Opportunity-Analysen (Beförderungen, Einstellungen) und intersektionaler Analyse. Stärke: umfassende Analytik, grosse Referenzkunden. Schwäche: US-Fokus, EU-Reporting-Funktionen noch im Aufbau, Datenverarbeitung primär in den USA.

Gapsquare (jetzt Teil von XpertHR/Visier) wurde in Großbritannien entwickelt und ist dort Marktführer für Gender Pay Gap Reporting. Die EU-Richtlinienfunktionen werden aktuell ausgebaut. Stärke: bewährte UK-Reporting-Engine. Schwäche: EU-spezifische Funktionen noch nicht vollständig.

beqom (Nyon, Schweiz) bietet eine umfassende Total-Compensation-Plattform, in die Pay-Equity-Analysen integriert sind. Die Lösung eignet sich besonders für grosse Unternehmen, die Pay Equity als Teil ihrer gesamten Vergütungsstrategie betrachten. Stärke: ganzheitlicher Ansatz, EU-Datenhaltung. Schwäche: hohe Komplexität und Kosten.